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InsectCare - AG Ingenieurökologie

InsectCare

Ausgangslage: Rückgang der Insektenvielfalt


Insekten übernehmen unverzichtbare Aufgaben in Ökosystemen, zugleich gehen ihre Bestände vielerorts zurück. Besonders betroffen sind Arten, die auf intakte, vernetzte und strukturreiche Lebensräume angewiesen sind. Genau hier setzt InsectCare an: Das deutsch-polnische Projekt widmet sich dem Schutz von Bestäuberinsekten, Laufkäfern und wassergebundenen Insekten wie Libellen, Köcherfliegen und aquatischen Käfern. Diese Gruppen erfüllen beispielsweise zentrale Funktionen in Natur und Landschaft. Bestäuber sichern die Fortpflanzung zahlreicher Pflanzenarten, Laufkäfer übernehmen wichtige Aufgaben als Nützlinge in terrestrischen Lebensräumen, und wassergebundene Insekten sind ein wesentlicher Bestandteil aquatischer Nahrungsketten sowie sensible Indikatoren für die Qualität von Gewässern und Uferbereichen. InsectCare steht zugleich im Kontext der EU-Renaturierungsverordnung, die unter anderem vorsieht, den Rückgang von Bestäubern umzukehren und geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen.
 

Ziel: Biodiversität erhalten und Ökosystemleistungen stärken


InsectCare verfolgt das Ziel, Biodiversität zu erhalten, Ökosystemleistungen zu stärken und Lebensräume ökologisch aufzuwerten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Renaturierungsmaßnahmen wirksam unterstützt und ihre Effekte verlässlich bewertet werden können. Voraussetzung dafür ist ein belastbares Monitoring. Deshalb stehen im Projekt insbesondere die Erprobung und Weiterentwicklung neuartiger Monitoringmethoden im Zentrum, mit denen sich Veränderungen von Insektenvorkommen, Habitatqualität und Renaturierungserfolgen präziser erfassen lassen. Ergänzend werden konkrete Maßnahmen zur Habitatverbesserung entwickelt und erprobt, darunter auch innovative Nisthilfen für Bestäuber.

Umsetzung: Reallabore mit innovativem Monitoring


Das Projekt wird im Biosphärenreservat Drömling in Deutschland und im Welski Park in Polen umgesetzt. Der Drömling umfasst großflächige Niederungsbereiche, die in die Talsandinseln eingebettet sind, mit Fließ- und Stillgewässern, Feuchtwiesen, Mooren und Auenwäldern. Der Welski Park ist durch Wiesen, Wälder, Moore, Sandhabitate, naturnahe Flussläufe und zahlreiche Seen geprägt. Beide Regionen bieten hervorragende Voraussetzungen, um Insektenvorkommen, Habitatqualität und Gewässerökologie vergleichend zu untersuchen. Zugleich knüpft InsectCare an eine bereits bestehende deutsch-polnische Zusammenarbeit in Form von Wissenschaftscamps an, die in den Vorjahren bereits im Drömling stattfanden. In Reallaboren vor Ort verbindet das Projekt klassische Insektenkartierung mit modernen Technologien wie Bioakustik, Videoanalyse, Biotelemetrie und Künstlicher Intelligenz. Ein besonderer Baustein ist der Insect Knowledge Hub, der Daten, Methoden und Erkenntnisse langfristig sichert und für Forschung, Praxis und Bildung zugänglich hält. Damit verbindet InsectCare Forschung, Praxis und Bildung und schafft eine Grundlage, auf der das im Projekt gewonnene Wissen auch über die Laufzeit hinaus weiter genutzt werden kann.

 


InsectCare 

Vernetztes Insektenmonitoring und Renaturierung für nachhaltigen Bestäuber- und Gewässerschutz in Biosphärenreservaten: Praxishilfe zur Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung

Laufzeit

 01.04.2026 - voraussichtlich 31.03.2029

Mittelgeber

Land Sachsen-Anhalt

Mitwirkende Institutionen

Deutsche Partner

  • Hochschule Magdeburg-Stendal
  1. AG BEE/KI-Tech
  2. AG Ingenieurökologie
  3. AG-Gewässer- und Renaturierungsökologie
  • UNESCO Biosphärenreservat Drömling

Polnische Partner

  • Universität Ermland-Masuren (Uniwersytet Warmińsko-Mazurski) in Kooperation mit der University of Life Sciences in Poznań (Uniwersytet Przyrodniczy w Poznaniu)
  • Welski Park
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